Joseph
Der Weg zum Graal
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Oswald Croll; Chymisch Kleinod, Frankfurt, 1647

Oswald Croll (ca. 1580 bis 1609) war Leibarzt des Fürsten Christian von Anhalt-Bernburg und hat zur Verbreitung der paracelsischen Philosophie beigetragen. Crolls Ziel war, "chymiatrischen Erkenntnisse" zu erreichen, die nach seiner Ansicht durch das Licht "göttlicher Gnade" und durch das "Licht der Natur" vermittelt werden.
Die Widmung
Gewidmet
Anton Mauss
*1.3.1868 in Köln - †13.9.1917 in Wien
(Kirchenrektor zu St. Ruprecht, Wien),
meinem Großvater
Vielleicht hätte ich eher Grund, meinen Großvater zu verschweigen, als ausgerechnet ihm dieses Buch zu widmen.
Ich habe begonnen, meine „Begegnung mit meinem Großvater“ als fiktives Romanfragment mit dem Titel „Das Geheimnis - Jahre meines Großvaters“ zu bearbeiten. Ich hoffe dies bis zum Jahr 2011/12 fertig zu haben. Die Quellen, die ich zu Hilfe nehmen will, sind sehr umfangreich und mitunter auch schwer zu erhalten. Das Titelbild, ein Originalfoto und genau so auch originell, ist ganz unten zu sehen.

Mein Großvater war Anhänger, Mitarbeiter und auch Sprachrohr des sogenannten „Integralismus“.
Gerade deshalb ist dieses Buch ihm gewidmet. Denn dieses Buch bezieht neue wissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel der Physik, in alte Glaubensinhalte ein und nimmt damit eindeutig Stellung. Ist also, wenn überhaupt, in einem Sprachkontext zum „Integralismus“ eindeutig dem „Modernismus“ zuzuordnen.

Was war der „Integralismus?
Ende des 19. Jahrhunderts öffneten sich katholische Theologen für neue Erkenntnisse der Wissenschaft. Doch im Vatikan wurde das System der Neuscholastik verteidigt, jedes zeitgemäße moderne Denken als Modernismus verdammt. 1907 erließ Papst Pius X. eine Enzyklika, in der er sogenannte Modernisten als Irrlehrer hinstellte.

Zu diesem Zweck führte Papst Pius X. am 1. September 1910 den Antimodernisteneid ein. Er musste von Klerikern der Katholischen Kirche abgelegt werden, insbesondere von Bischöfen. Dieser Eid wurde erst 1967 von Papst Paul VI. abgeschafft. Den Eid hatten jeder angehende Subdiakon, alle Priester, bevor sie die Vollmacht zum Beichthören und Predigen erhielten, alle Pfarrer, Kanoniker u.a., wenn sie ihr Amt antraten, alle Beamten der bischöflichen und päpstlichen Kurie und alle Ordensoberen und -lehrer vor Übernahme ihres Amtes zu beschwören. Darunter litten sicher bis in jüngster Zeit etwa die Theologen Eugen Drewermann und Hans Küng, sowie viele andere Menschen, die sich aufrichtig theologischen Studien im Rahmen der Katholischen Kirche widmeten.

Der Eid:
Erstens: Ich bekenne, dass Gott, der Ursprung und das Ende aller Dinge, mit dem natürlichen Licht der Vernunft durch das, was geschaffen ist, d. h. durch die sichtbaren Werke der Schöpfung, als Ursache mittels der Wirkung, mit Sicherheit erkannt und auch bewiesen werden kann.
Zweitens: Ich anerkenne die äußeren Beweismittel der Offenbarung, d. h. die Werke Gottes, in erster Linie die Wunder und Prophezeiungen, als ganz sichere Zeichen des göttlichen Ursprungs der christlichen Religion. Ich halte fest, dass sie dem Geist aller Zeiten und Menschen, auch der Gegenwart, auf das beste angepasst sind.
Drittens: Fest glaube ich, dass die Kirche, die Hüterin und Lehrerin des geoffenbarten Wortes, durch den wahren und geschichtlichen Christus selbst, während seines Lebens unter uns, unmittelbar oder direkt eingesetzt, und dass sie auf Petrus, den Fürsten der apostolischen Hierarchie, und auf seine steten Nachfolger gebaut wurde.
Viertens: dass die Glaubenslehre, soweit sie von den Aposteln durch die orthodoxen Väter übermittelt wurde, stets ein und dieselbe war.
Fünftens: dass der Glaube kein blindes Gefühl für Religion ist, das aus den verborgenen Gründen des Unbewussten unter dem Druck des Herzens und der Erregung des sittlich ungebildeten Willens hervorbricht, sondern dass er die wahrhafte Zustimmung unseres Verstandes zu einer Wahrheit ist, die von außen her durch Hören angenommen wird, durch die wir das, was von dem persönlichen Gott, dem Schöpfer und unseren Herrn gesagt, bezeugt und geoffenbart worden ist.

Weiter war die Zustimmung zu folgenden Verurteilungen zu beschwören:
Zu verurteilen ist der Irrtum aller derer, die behaupteten, der kirchliche Glaube könne der Geschichte widersprechen und die heutigen katholischen Dogmen ließen sich mit den zuverlässigen Quellen der christlichen Religion nicht in Einklang bringen.
Verurteilt wird die Meinung, nach der der christliche Gelehrte zwei Personen in sich vereinigen könne, eine, die glaubt, und eine, die forscht, so dass es dem Historiker erlaubt sei, etwas für wahr zu halten, was dieselbe Person vom Standpunkte des Glaubens als falsch erkennen muss.
Verworfen wird der Irrtum derer, die behaupten, dass der Lehrer, der Fragen der historischen Theologie behandelt oder wer auch immer sich mit diesem Gegenstande schriftstellerisch befasst, zuerst sich von allen Voraussetzungen frei machen müsse, sei es hinsichtlich des übernatürlichen Ursprungs der katholischen Überlieferung, sei es hinsichtlich des von Gott versprochenen Beistandes eines jeden Teils der geoffenbarten Wahrheit.
Ferner werden u.a. verurteilt alle jene, die in der christlichen Überlieferung überhaupt nichts Göttliches anerkennen oder diese Überlieferung im Sinne des Pantheismus auslegen, so dass die nackte und einfache, jeder anderen geschichtlichen Überlieferung gleichzustellende Tatsache übrigbleibt.

So also, soweit ich das aus historischen Quellen eruieren kann, war auch mein Großvater zu diesem Schwur gezwungen, sicher aber entsprachen zu dieser Zeit die Ambitionen des Papstes auch seinen. Er war neben seiner Tätigkeit als Kirchenrektor zu St. Ruprecht von 1910 bis 1915 Herausgeber der Kirchenzeitung „Österreichs Katholisches Sonntagsblatt“, aber auch Redakteur des „Mariazeller-Glöckleins“, Präses und Förderer des Mariazeller-Wallfahrtsvereins, Verfasser des Mariazeller-Wallfahrtsbüchlein, der Gebete und Lieder auf der Wallfahrt nach Mariazell „O Maria, zu dir kommen wir“, aber auch Gründer und Leiter eines Knaben- und Jugendheimes in Wien, Währing, scheinbar nach Vorbild des Karl Freiherr von Vogelsang. Hier ein Zitat aus der Chronik St. Ruprechts, Kirchenrektor Anton Mauss schreibt am 30. 8. 1916 in die Pfarrchronik:
„Der Krieg wütet nunmehr schon im dritten Jahr. Im Inneren eine immer größer werdende Hungersnot. Das Kalbfleisch kostet 12 Kronen pro Kilo, Schweinernes 14 Kronen! Es sind ganz entsetzliche Zustände. Förmlich anarchistische Zustände unter den Geschäftsleuten. Horrende Preise werden von ihnen verlangt. Für meine Gastkinder kriege ich zu Nicolo und zu Weihnachten nichts zu kaufen.
In allen Kirchen werden die Glocken heruntergenommen oder zerschlagen, überall zwei Drittel der noch vorhandenen. Man war auch schon bei mir, hab' jedoch versichert, dass ich nur durch Gewalt die Glocken wegnehmen lasse....”

Auch fand Anton Mauss hochrangige Fürsprecher in Rom, zum Beispiel die Gräfin Marie Henriette Chotek, die Schwester der Herzogin von Hohenberg, Ehefrau des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand. Sie fiel mit ihm zusammen dem Attentat von Sarajewo zum Opfer, das den Ersten Weltkrieg auslöste. Er war Erzieher im Hause des Erzherzogs Stephan (Quelle: St. Ruprecht-Mariazeller-Verein, Jahresbericht 1917, Privatbesitz) und war als solcher auch im Hause Fugger beschäftigt (Quelle: Zigarettendose mit Widmung, Privatbesitz).

Das alles kann natürlich nicht seine Tätigkeit im Interesse des päpstlich angeordneten Integralismus und der Zugehörigkeit zur Geheimliga des vatikanischen Unterstaatssekretärs Umberto Benigni relativieren. Benigni äußerte sich einmal so: „Die Gegenreformation ist in Deutschland leider abgebrochen worden; sie muss jetzt wieder aufgenommen werden.“ (Siehe Quelle
i). Sicher muss man bei der Beurteilung solcher verheerenden Geistesströme, die  noch bis in die heutige Zeit Theologen behinderte und ihnen gewiss auch beklemmende Glaubensnöte verursachte, die Zeit des gewaltigen Umbruchs, die Zeit des „Fin de siècle“ berücksichtigen.

Ich hoffe, dass ich mit dem vorliegenden Buch „Joseph-Der Weg zum Graal“ auch im Sinne meines Großvaters einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass in christliche Glaubensinhalte moderne Wissenschaft einfließen kann, ohne Gewissenskonflikte auszulösen, ja sogar das Christentum bereichern könnte.
Mein aufrichtiges Bedauern und Mitgefühl gilt allen jenen Menschen, denen mein Großvater durch seine Mitwirkung bei den damals von Seiten der Kirche nötig gefundenen Aktionen geschadet hat und ihnen Leid zufügte.
Ich bin mir fast sicher, dass sich Anton Mauss diesem Bedauern und Mitleid mit einer Entschuldigung anschließen würde. Die Strömungen und Gefühle der heutigen Zeit würden seine Sichtweise sicher verändern.
Eine Wiedergutmachung scheint jedoch unmöglich.

Zu Kardinal Friedrich Gustav Piffl und seine Zeit (unter Erwähnung des Anton Mauss) siehe Seite 192 ff: http://www.ooegeschichte.at/uploads/tx_iafbibliografiedb/nadl_1996_0181_0201.pdf
Das Geheimnis

Jahre meines Großvaters


Ein Romanfragment
von
Wolfgang Wallner-F.

(in Arbeit)
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Titelbild und Widmung